Wels erneuert Reinberg für “Stadt der Gärten”
Reinberg wird zum „Waldgarten“
Unter dem Slogan „Der sagenhafte Waldgarten“ wird der seit jeher als Ausflugsziel geschätzte Reinberg kommendes Jahr als eine von sechs Gartenwelten der LGS zum Spielen und Erkunden einladen. Neu entstehen werden ein zauberhafter Märchen- und Sagenpfad, ein naturnahes Waldlabyrinth für kleine und große Entdecker und ein Lehrpfad zum Thema Jagd- und Forstwirtschaft. Die bestehenden markanten Punkte auf dem Areal werden dabei behutsam integriert:
- Die Kapelle der vierzehn Nothelfer
- Die historische Marienwarte mit ihrem wundervollen Rundblick
- Der Pavillon mit Blick auf Traunfluss und Stadt Wels
- Die etwas versteckt gelegene Bruckhofkapelle
Wörtlich wird das Projekt auf der offiziellen LGS-Website www.stadt-der-gaerten.at wie folgt beschrieben: „Der Reinberg: Das große Natur- und Walderlebnis der Stadt. Pfade, Spielbereiche und Erlebnisstationen laden Kinder, Familien und Entdecker zum Erkunden ein. Abenteuer, Naturerfahrung und erholsame Ruhe verschmelzen zu einem besonderen Stadterlebnis.“
Das „Gold des Lebens“
Das zentrale Motiv der Neugestaltung des Areals und des Rundweges ist die Sage „Der Reinberg und das Gold des Lebens“. Die Geschichte vermittelt: Wahrer Reichtum liegt nicht im Besitz, sondern in der Verbundenheit mit der Natur, im Respekt vor dem Verborgenen und im Leben, das aus der Erde erwächst.
Vielseitiger Rundweg
Die Verbundenheit mit der Natur, der Respekt davor und der nicht mit Gold aufzuwiegende Reichtum dadurch führt durch verschiedene Stationen, die immer wieder drei Handlungsstränge aufgreifen:
- Die realen historischen Eingriffe der Menschen am Berg (siehe unten „Reinberg-Fakten“)
- Die dazu spielerisch erzählten Geschichten (z.B. „Hans Sachs am Reinberg“)
- Bekannte Grimm-Märchen, großteils mit Bezug zum Thema Gold („Froschkönig“, „Sterntaler“, „Rapunzel“, „Rumpelstilzchen“, „Frau Holle“, „Hans im Glück“, „Aschenputtel“, „Hänsel und Gretel“)
Zielgruppen für einen Besuch des „Waldgartens“ sind vor allem Familien mit Kindern, Jugendliche und Senioren. Das Hauptaugenmerk am Reinberg soll daher auf einem spielerischen Zugang liegen. Die Gestaltung folgt einem bewusst reduzierten, natürlichen Stil mit symbolischer Tiefe. Dieser zieht sich von den verwendeten Materialien (künstlerisch verkohlte Nadelhölzer) über die sparsamen Farbakzente (Gold und Kupfer in Anlehnung an die erwähnte Sage „Gold des Lebens“) über die Figuren und Spielgeräte (beides wird aus Holz sein) bis hin zu den Sinneserfahrungen („Wald und Natur mit allen Sinnen erleben“) und zur Atmosphäre (ruhige Rückzugszonen).
Der Rundweg beginnt bei der Kneippstation hinter der Vierzehn-Nothelfer-Kapelle und führt in einer weiten Schleife über Aussichtspunkte, Spielbereiche, Naturstationen und historische Orte. Eine Variante über das Waldlabyrinth mit seinem barrierefreien Einstieg sorgt für Abwechslung. Eine fußläufige Anbindung an die übrigen Schauplätze der LGS auf der Welser Seite (Volksgarten, Traungarten etc.) ist über die Alte Traunbrücke sowie über einen Stichweg zur Eisenbahnbrücke der ÖBB-Almtalbahn gewährleistet. Nachstehend Beispiele für die geplanten Stationen:
Eingangsbereich Vierzehn-Nothelfer-Kapelle: In einem Info-Häuschen und auf einer Infotafel wird der „sagenhafte Waldgarten“ vorgestellt. Auf dem gesamten Rundweg gilt: Stationen mit dem Tempel-Zeichen beziehen sich auf historisch belegte Fakten, der Stern bezeichnet die klassischen Märchen, und das Buch-Zeichen weist auf lokale Sagen und Legenden hin. Eines davon ist gleich am Anfang beim Kneippbecken präsent: Nämlich der Froschkönig in Form einer Brunnenfigur und mit goldenen Balancierkugeln.
Marienwarte: Zu einem Turm passt natürlich ein ganz bestimmtes Märchen perfekt: „Rapunzel“. Dementsprechend wird von der Marienwarte auch das sprichwörtliche Haar der Märchenfigur in Form einer Installation heruntergelassen. Draußen wird der Vorplatz mit blühenden Beeten und neuen Sitzmöglichkeiten neu gestaltet, drinnen informieren Tafeln und Installationen über die Geschichte der Warte und einen Besuch von Kaiserin Elisabeth „Sisi“ von Österreich, und oben ist der bekannte atemberaubende Rundblick aus möglich.
Waldlabyrinth: Das Labyrinth selbst wird bewusst naturnah gestaltet und lockt vor allem kleine Gäste mit der Suche nach dem sinnbildlichen „Goldenen Stein“. Neben mobilen Kompost-WCs zur Verrichtung der Notdurft stehen auch ausreichend Sitzgelegenheiten zur Verfügung. Die „Zwerge vom Reinberg“ sind u.a. mit einem Geschichtenhaus, einem Baumturm, einer Berg-Stollen-Landschaft und einer Zwergenschaukel vertreten.
Aussichtsplattform/Waldkanzel: Zum bestehenden Pavillon (der ebenfalls in den Rundweg eingebunden wird) entsteht weiter westlich nahe des Waldlabyrinths ein zweiter Aussichtspunkt. Eine hölzerne Aussichtsplattform ragt über den Abhang hinaus und offenbart per Fernrohr faszinierende Ausblicke auf den „grünen Schatz“ in Form der Bäume und auch hinüber zu zwei weiteren LGS-Schauplätzen: Nämlich zum „kunstvollen Volksgarten“ und zum „fließenden Traungarten“. „Frau Holle“ ist als Märcheninstallation präsent.
Reinberg-Fakten
1881: Der acht Jahre zuvor gegründete Welser Verschönerungsverein beginnt mit der Aufforstung des Reinberges mit Bäumen und Sträuchern.
1892: Errichtung der Marienwarte auf Initiative des Verschönerungsvereines. Höhe: 22,8 Meter, Innenbereich: 890 Quadratmeter, Höhe Aussichtsplattform: 391,1 Meter über dem Meeresspiegel.
1902: Seit diesem Jahr überzieht dank des Verschönerungsvereines ein Wegenetz den Reinberg.
1942: Kauf des Areals samt Warte durch die Stadt Wels vom Verschönerungsverein (der sich weiterhin vorbildlich um die Anlage kümmert) und der Sparkasse.
1954: Erstmalige Errichtung von Beleuchtungskörpern für den Weg hinauf bis zur Marienwarte.
2015: Reaktivierung des Kneippbeckens hinter der Vierzehn-Nothelfer-Kapelle. Dazu kommen neue Sitzmöbel, Pflanzen und Pflasterungen am Platz und eine neue Beleuchtung der Wege.
2017: Renovierung des Innenbereiches der Warte.
2019: Eröffnung des neuen Fitnessparcours mit sechs Stationen: Calisthenics (Eigengewichttraining)/Aufwärmen, Kraft Rumpf, Kraft Ober- und Unterkörper, Kraft Oberkörper, Beweglichkeit, Dehnen.
2021: Renovierung des Außenbereiches der Warte (Fassade).
2026: Renovierung der 1679 errichteten Kapelle der vierzehn Nothelfer am Fuße des Reinbergs.
Zitate
Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Den Reinberg kenne und schätze ich seit meiner Kindheit als Ausflugsziel vor der Welser Haustüre. Der geplante ‚sagenhafte Waldgarten‘ bedeutet eine große Aufwertung, die auch nach der Landesgartenschau bestehen bleiben wird. Gemeinsam mit den vielen anderen Attraktionen und Freizeiteinrichtungen in unserer Stadt wird Wels damit ein noch attraktiveres Ausflugsziel für Familien.“
Vizebürgermeister Gerhard Kroiß (Stadtgärtnerei): „Für die Arbeit der Stadtgärtner ist der Reinberg mit seinen teils sehr steilen Hängen eine besondere Herausforderung. Vor allem gilt das für die Pflege des alten Baumbestandes, der in Zeiten wie diesen wichtiger denn je ist. Ich bin froh, dass Wels direkt vor seinen Stadtgrenzen ein derart schönes Naherholungsgebiet hat. Die nun beginnenden Arbeiten für die Landesgartenschau ‚Stadt der Gärten‘ werden den Reinberg noch attraktiver machen.“
Dipl.-Ing. Gottfried Struggl (Geschäftsführer der OÖ Landesgartenschau Wels 2027): „Der Reinberg ist ein grüner Schatz vor den Toren unserer Stadt. Mit dem ‚sagenhaften Waldgarten‘ machen wir seine Natur, seine Geschichte und seine Geschichten neu erlebbar – für Familien, Kinder und alle, die den Reinberg schon heute schätzen. Und wie bei der gesamten ‚Stadt der Gärten‘ gilt: Was wir hier schaffen, soll auch nach 2027 bleiben.“
Im Bild (v.l.):
Vizebürgermeister Gerhard Kroiß, Bürgermeister Dr. Andreas Rabl und Dipl.-Ing. Gottfried Struggl.
Bildhinweise: Stadt Wels (bei Nennung Abdruck honorarfrei)